Das bin ich

2016 auf Island

Herbert bedeutet "Strahlender Krieger". So ein Schmarrn. Aber weiter im Text: Ich bin Jahrgang 1951, komme auf 1,90 m, lebe in Berlin und reise nun schon mein halbes Leben lang am liebsten mit der zweitbesten Erfindung der Menschheit: dem guten alten Drahtesel.

Meine erste "große" Radtour führte mich 1988 hinter dem damals noch existenten "Eisernen Vorhang" von Berlin nach Istanbul, und weiter nach Kurdistan.

Mit dieser Tour schlug mein Stunde als Radreisebuchautor. "Mit dem Fahrrad in die Türkei" hieß das erste Werk, und es gab noch Verlage, die so etwas professionell lektorierten und sogar einen Vorschuss zahlten.

Weniger flott von der Hand ging mir später die Arbeit fürs "Europa-Bikebuch". Das sollte ein Buch von Radlern für Radler werden. Und das dauerte Jahre. Denn Mitte der 1990er Jahre waren Internet und Digitalisierung noch nicht im Alltag angekommen. Das Ganze hatte noch Hobbycharakter. Wir schickten uns stattdessen weiterhin dicke Umschläge mit Skripten und Einschreiben mit kostbaren Dias. Texte waren meist noch in die Schreibmaschine gehackt und ich übertrug sie dann mit zwei Fingern in den PC. Bücher, Magazine, Landkarten, Prospekte, Zeitungsausschnitte, Manuskripte, Fotoabzüge und Korrespondenzen stapelten sich rund um meinen Schreibtisch. Alles brauchte Zeit. Allein schon die Postwege...

Aber es war auch schön: Denn die Leute ließen sich viel leichter begeistern, überhaupt als Co-Autoren mitzumachen. WEIL es eben nur diese analoge Möglichkeit gab, etwas zu publizieren.

Das Opus erschien dann erstmals 1997 mit dem Titel "Das Europa Bikebuch". Mit jeder Auflage wurde es etwas umfangreicher und mittlerweile ist "Europa per Rad" bei der 7. Auflage angelangt.

Es verkauft sich weiterhin gut. Vielleicht der richtige Zeitpunkt, um damit Schluss zu machen.



Ich und meine Reiseräder

Okay, das hier ist nun definitiv kein Reiserad.

 

Ansonsten bin ich aber nicht sehr anspruchsvoll, was das rollende Material betrifft. Es muss einen gewissen Mittelklasse-Standard haben, aber State of the art muss es wirklich nicht sein. Meine Räder sind bis zu 20 Jahre alt, und ich habe immer noch Spaß mit ihnen. Sogar mein erstes wirkliches Reiserad von 1986 - ein für damalige Zeiten schweineteures Randonneur Extra von Koga Miyata - grinst mich noch an. Allerdings sind seine Cantilever-Bremsen, 18 nichtindexierte Gänge mit an den Lenkerschaft gelegten Rahmenschaltern, Biopace-Kettenblätter, die Alugepäckträger und der Rennlenker mit Moosgummis mittlerweile doch schon etwas antiquiert. Dennoch ein schönes Rad.

 

Was mich bei Reiserädern nervt, sind Geräusche, unschöne Geräusche. Wenn es irgendwo am Rad immer wieder knackst, klickst oder knarzt, und ich nicht weiß wieso und woher, das nervt und ist weit weg von meinem Ideal: Vom Fahrrad nur die Reifen rollen zu hören, dazu vielleicht noch ein leichtes Knirschen vom Kies, aber sonst gar nichts, jedenfalls keine häßlichen Geräusche.

 

Zu denen gehört nun mal leider auch der verdammte Gegenwind. Es gibt Orte, da ist es fast egal, in welche Richtung man fährt, immer  liegt einem der Gegenwind mit seinem Gezeter in den Ohren, bremst den Vorwärtsdrang und mürbt.

 

Warum es den Gegenwind überhaupt gibt? Wahrscheinlich hat ihn "jenes höhere Wesen, das wir verehren" geschaffen (Copyright Dr. Murke by Heinrich Böll), damit wir nicht zu übermütig werden. Einen Flow beim Radeln GEGEN den Wind, den hat, glaube ich, noch keiner erlebt.

 

Damit komme ich doch nicht mal mehr zum Bäcker!
Damit komme ich doch nicht mal mehr zum Bäcker!

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