Das bin ich

2016 auf Island

Il mio nome è Herbert Lindenberg.

Herbert bedeutet "Strahlender Krieger", so ein Schmarrn.

Machen wir's kurz: Ich bin Jahrgang 1951, 1,90 m groß/lang, lebe in Berlin und reise seit über drei Jahrzehnten am liebsten mit dem Fahrrad.

Motto: Umso einfacher, umso besser.

Oder: "Less, but better" (Designer-Legende Dieter Rams, dessen Braun-Ikonen ich eine Zeitlang sammelte).

Oder: "Lieber wat Jutet und dafür 'n bisschen mehr!" (der Berliner Bär in mir).

Als ich 14 Jahre alt war, hatte ich einen blöden Unfall mit dem Fahrrad. Ein VW-Käfer spießte mein Vorderrad mit seiner hinteren Stoßstange auf und schleifte mich über die Kreuzung. Ich hatte wohl auch mit Schuld, weil ich etwas vor mich hin geträumt hatte. In der Schulklasse war ich ohnehin als Träumer bekannt, der immer auf dem Stuhl kippelt und sich nur vorlehnt, wenn's spannend wird. Unsere Schule hatte bereits diese neuen Stühle mit hammerschlaglackiertem Stahlgestell, mit denen ging  das wunderbar. Und wenn man so gleichmäßig kippelt, oder eben radelt, bringt das die Phantasie in Schwung... Okay, der Unfall hatte jedenfalls zunächst einen gebrochenen Oberschenkel zur Folge und als Spätfolge Arthrose im Knie.

Spätestens wenn es dort wieder quietscht, weiß ich: Höchste Zeit für eine Radtour! Das hat bisher noch immer geholfen. Ich bin jedesmal fasziniert, wie effizient und simpel solche Art der Eigentherapie ist und denke sowieso: Das Fahrrad ist ein Doktor für so allerhand.

Meine erste große Radtour führte mich 1988 hinter dem damals noch existenten "Eisernen Vorhang" von Berlin nach Istanbul, und weiter nach Kurdistan.

Mit dieser Tour begann mein Aufstieg als Radreisebuchautor. "Mit dem Fahrrad in die Türkei" hieß das erste Werk, und es gab noch Verlage, die so etwas lektorierten und sogar einen Vorschuss zahlten.

Weniger flott von der Hand ging mir später die Arbeit fürs "Europa-Bikebuch". Das sollte ein Buch von Radlern für Radler werden. Mitte der 1990er Jahre waren Internet und Digitalisierung aber noch nicht wirklich im Alltag angekommen. Man schickte sich immer noch dicke Umschläge mit Materialien und Einschreiben mit kostbaren Dias. Texte waren noch in die Schreibmaschine gehackt. Bücher, Magazine, Landkarten, Prospekte, Zeitungsausschnitte, Manuskripte, Fotoabzüge und Korrespondenzen stapelten sich auf meinem Schreibtisch und dessen Umgebung. Alles brauchte Zeit. Allein schon die Postwege... ABER: Die Leute ließen sich auch noch leichter begeistern, überhaupt als Co-Autoren mitzumachen. WEIL es eben nur diese analoge Möglichkeit gab, etwas zu publizieren.

Das Buch erschien dann erstmals 1997. Mit jeder Auflage wurde es etwas umfangreicher und ist aktuell als "Europa per Rad" in der 7. Auflage unterwegs. Auch wenn ich mich nicht nur in Europa herumtreibe, macht es mir weiterhin viel Spaß, es regelmäßig zu überarbeiten und dabei immer noch etwas weiter aufzubohren.


Manchmal nenne ich mich unterwegs der phonetischen Einfachheit halber auch Paul, was skurrilerweise "der Kleine" bedeutet und einer meiner vier Taufnamen ist.

Paul geht immer, landessprachlich auch als Pablo, Paavo, Paolo, Paulinho, Pavel etc.



Ich und meine Reiseräder

Okay, das hier ist nun definitiv kein Reiserad.

 

Ansonsten bin ich aber nicht sehr anspruchsvoll, was das rollende Material betrifft. Es muss einen gewissen Mittelklasse-Standard haben, aber State of the art muss es wirklich nicht sein. Meine Räder sind bis zu 20 Jahre alt, und ich habe immer noch Spaß mit ihnen. Sogar mein erstes wirkliches Reiserad von 1986 - ein für damalige Zeiten schweineteures Randonneur Extra von Koga Miyata - grinst mich noch an. Allerdings sind seine Cantilever-Bremsen, 18 nichtindexierte Gänge mit an den Lenkerschaft gelegten Rahmenschaltern, Biopace-Kettenblätter, die Alugepäckträger und der Rennlenker mit Moosgummis mittlerweile doch schon etwas antiquiert. Dennoch ein schönes Rad.

 

Was mich bei Reiserädern nervt, sind Geräusche, unschöne Geräusche. Wenn es irgendwo am Rad immer wieder knackst, klickst oder knarzt, und ich nicht weiß wieso und woher, das nervt und ist weit weg von meinem Ideal: Vom Fahrrad nur die Reifen rollen zu hören, dazu vielleicht noch ein leichtes Knirschen vom Kies, aber sonst gar nichts, jedenfalls keine häßlichen Geräusche.

 

Zu denen gehört nun mal leider auch der verdammte Gegenwind. Es gibt Orte, da ist es fast egal, in welche Richtung man fährt, immer  liegt einem der Gegenwind mit seinem Gezeter in den Ohren, bremst den Vorwärtsdrang und mürbt.

 

Warum es den Gegenwind überhaupt gibt? Wahrscheinlich hat ihn "jenes höhere Wesen, das wir verehren" geschaffen (Copyright Dr. Murke by Heinrich Böll), damit wir nicht zu übermütig werden. Einen Flow beim Radeln GEGEN den Wind, den hat, glaube ich, noch keiner erlebt.

 

Damit komme ich doch nicht mal mehr zum Bäcker!
Damit komme ich doch nicht mal mehr zum Bäcker!

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