Das bin ich

Island 2016

Il mio nome è Herbert Lindenberg. Manchmal auch Paul*. Und um es kurz zu machen: Ich bin Jahrgang 1951, 1,90 m lang, lebe in Berlin und reise seit über drei Jahrzehnten bevorzugt mit dem Fahrrad.

Motto: Umso einfacher, umso besser.

Oder: Less, but better (Designer-Legende Dieter Rams).

Oder: Lieber wat  Jutet und dafür 'n bisschen mehr (der Berliner in mir).

Meine erste große Radtour führte mich 1988 hinter dem damals noch existenten "Eisernen Vorhang" von Berlin nach Istanbul, und weiter nach Kurdistan.

Mit dieser Tour begann meine große Karriere als Radreisebuchautor. "Mit dem Fahrrad in die Türkei" hieß das erste Werk, und es gab noch Verlage, die so etwas lektorierten und sogar einen Vorschuss zahlten.

Ganz anders war die Arbeit fürs "Europa-Bikebuch". Das sollte ein Buch von Radlern für Radler werden. Anfang der 1990er Jahre waren Internet und Digitalisierung aber noch nicht alltäglich. Man schickte sich immer noch dicke Umschläge mit Materialien und Einschreiben mit kostbaren Dias. Viele Texte waren sogar noch in die Schreibmaschine gehackt. Bücher, Magazine, Landkarten, Prospekte, Zeitungsausschnitte, Manuskripte, Fotoabzüge und Korrespondenzen stapelten sich auf Schreibtisch und Umgebung. Alles brauchte Zeit. ABER: Die Leute ließen sich auch noch leichter begeistern, überhaupt als Co-Autoren mitzumachen. Weil es eben nur diese analoge Möglichkeit gab, etwas zu publizieren.

Das Buch erschien dann erstmals 1997. Mit jeder Auflage wurde es etwas umfangreicher und ist aktuell als "Europa per Rad" in der 6. Auflage unterwegs. Auch wenn ich mich öfter außerhalb Europas herumtreibe, macht es mir weiterhin viel Spaß, es regelmäßig überarbeiten und dabei immer noch etwas weiter aufbohren zu dürfen.


* Paul ist einer meiner vier Taufnamen (meine Eltern wussten ja nicht, wie winzig die Vornamen-Felder auf den Immigration Cards sind). Wenn ich in Ländern bin, wo sich die Leute mit dem Namen "Herbert" schwer tun - und das sind die meisten - sage ich einfach Paul, was skurrilerweise "der Kleine" bedeutet.

Paul geht immer, kennt man ja auch als Pablo, Paolo oder Pawel.



Ich und meine Reiseräder

Okay, das hier ist nun definitiv kein Reiserad.

 

Ansonsten bin ich aber nicht sehr anspruchsvoll, was das rollende Material betrifft. Es muss einen gewissen Mittelklasse-Standard haben, aber State of the art muss es wirklich nicht sein. Meine Räder sind bis zu 20 Jahre alt, und ich habe immer noch Spaß mit ihnen. Sogar mein erstes wirkliches Reiserad von 1986 - ein für damalige Zeiten schweineteures Randonneur Extra von Koga Miyata - grinst mich noch an. Allerdings sind seine Cantilever-Bremsen, 18 nichtindexierte Gänge mit an den Lenkerschaft gelegten Rahmenschaltern, Biopace-Kettenblätter, die Alugepäckträger und der Rennlenker mit Moosgummis mittlerweile doch schon etwas antiquiert. Dennoch ein schönes Rad.

 

Was mich bei Reiserädern nervt, sind Geräusche, unschöne Geräusche. Wenn es irgendwo am Rad immer wieder knackst, klickst oder knarzt, und ich nicht weiß wieso und woher, das nervt und ist weit weg von meinem Ideal: Vom Fahrrad nur die Reifen rollen zu hören, dazu vielleicht noch ein leichtes Knirschen vom Kies, aber sonst gar nichts, jedenfalls keine häßlichen Geräusche.

 

Zu denen gehört nun mal leider auch der verdammte Gegenwind. Es gibt Orte, da ist es fast egal, in welche Richtung man fährt, immer  liegt einem der Gegenwind mit seinem Gezeter in den Ohren, bremst den Vorwärtsdrang und mürbt.

 

Warum es den Gegenwind überhaupt gibt? Wahrscheinlich hat ihn "jenes höhere Wesen, das wir verehren" geschaffen (Copyright Dr. Murke by Heinrich Böll), damit wir nicht zu übermütig werden. Einen Flow beim Radeln GEGEN den Wind, den hat, glaube ich, noch keiner erlebt.

 

Damit komme ich nicht mal mehr zum Bäcker!
Damit komme ich nicht mal mehr zum Bäcker!